Stadtteil
Rottenbauer
Rottenbauer ist der südlichste Würzburger Stadtteil im flachwelligen Ochsenfurter Gäuland. Bis 1973 eigenständige Gemeinde, prägen heute zwei historische Schlösser, alte Kirchen und ein Naturschutzgebiet das Ortsbild.
Stadtteil in Zahlen
Bevölkerung
Demografie: opendata.wuerzburg.de, Lizenz DL-DE-BY-2.0
Fläche: Stadt Würzburg, FA Tiefbau/GV · Stand 31.12.2011
Rottenbauer – der südlichste Stadtteil Würzburgs mit fränkischer Geschichte
Rottenbauer liegt als südlichster der 13 Würzburger Stadtbezirke im flachwelligen Ochsenfurter Gäuland. Mit erster urkundlicher Erwähnung im Jahr 1212, gleich zwei historischen Schlössern und einem eigenen Naturschutzgebiet ist Rottenbauer ein Stadtteil, der seinen dörflichen Charakter trotz dynamischer Entwicklung seit der Eingemeindung bewahrt hat.
Wo liegt der Stadtteil Rottenbauer?
Rottenbauer markiert die südliche Grenze des Würzburger Stadtgebiets und liegt mit 273 Metern Höhe deutlich oberhalb des Maintals. Die Landschaft des Ochsenfurter Gäus ist flachwellig und landwirtschaftlich geprägt. Im Norden grenzt Rottenbauer an Heuchelhof, im Osten an die Gemeinde Winterhausen, im Süden und Westen an Reichenberg, Lindflur und Fuchsstadt.
Wie entstand der Stadtteil Rottenbauer?
Die Geschichte Rottenbauers reicht weit zurück: Bereits um 3000 v. Chr. lebten hier Menschen der Bandkeramiker-Kultur. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1212 als Heimat eines „Fridericus de Rotenbur". Bis Ende 1973 war Rottenbauer eine eigenständige Gemeinde mit eigener Verwaltung – am 1. Januar 1974 erfolgte die Eingemeindung nach Würzburg.
Auch in der jüngeren Geschichte hat Rottenbauer Spuren hinterlassen: Nach dem verheerenden Bombenangriff auf Würzburg vom 16. März 1945 nahm der Ort zahlreiche Flüchtlinge auf. Am 1. April 1945 trafen amerikanische Truppen ein – das Kriegsende kam für Rottenbauer ohne weitere Zerstörungen.
Woher kommt der Name Rottenbauer?
Der Name verweist auf die Entstehung des Ortes durch Rodung: Aus „an der Rodung" entwickelte sich im Sprachgebrauch über die Jahrhunderte die heutige Form Rottenbauer. Die Endung „-bauer" ist typisch für die fränkische Landnahme, die in der Region gegen Ende des 8. Jahrhunderts stattfand – ein sprachliches Echo der Siedlungsgeschichte des fränkischen Raumes.
Welche Sehenswürdigkeiten findet man in Rottenbauer?
Für einen Stadtteil dieser Größe ist Rottenbauer überraschend reich an historischen Bauten. Die evangelische Trinitatiskirche stammt aus dem Jahr 1493 und gehört damit zu den ältesten Kirchen im Würzburger Stadtgebiet. Die katholische St. Josef Kirche wurde zwischen 1818 und 1823 erbaut.
Architektonisches Highlight sind jedoch die beiden Schlösser: Das Untere Schloss entstand um 1575 als Sitz des Adelsgeschlechts Wolfskeel, das Obere Schloss folgte um 1700 im barocken Stil. Beide Schlösser prägen das Ortsbild bis heute. Hinzu kommt ein Kriegerdenkmal in Obeliskform sowie – für Naturfreunde besonders interessant – das Naturschutzgebiet Bromberg-Rosengarten am Rande des Stadtteils.
Was prägt Rottenbauer heute?
Rottenbauer zählt rund 4.300 Einwohner auf gut 5,4 Quadratkilometern – mit einer Bevölkerungsdichte von 792 Einwohnern pro Quadratkilometer einer der locker bebauten Stadtteile Würzburgs. Das Ortsbild dominiert die Ein- und Zweifamilienhausbebauung, größere Mehrfamilienhäuser sind die Ausnahme. Seit der Eingemeindung hat sich der Ort dynamisch entwickelt, ohne dabei seinen ländlichen Charakter zu verlieren: ländliche Atmosphäre mit städtischer Infrastruktur, das ist die Formel, die Rottenbauer beschreibt.
Wie gelangt man nach Rottenbauer?
Rottenbauer ist als einer der wenigen Würzburger Außen-Stadtteile per Straßenbahn erreichbar: Die Linien 5, 53 und 54 bedienen den Ort mit gleich zwei Haltestellen. Ergänzend halten die Buslinien 94, 95, 420, 421 und 422. Mit dem Auto kommst du über die Bundesstraße B 19 nach Rottenbauer, von dort ist die Autobahn A 3 schnell erreicht.