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Würzburg Sehen

Sehenswürdigkeit

Kloster Himmelspforten

Entdecke das Kloster Himmelspforten in Würzburg. Einzigartiges mittelalterliches Frauenkloster, geschichtsträchtige Klosterkirche & Ort der Besinnung.

Kirche Kloster Himmelspforten

Kloster Himmelspforten – Historische Oase der Stille in der Zellerau

Wer die Mainaustraße im Würzburger Stadtteil Zellerau entlangfährt, ahnt zunächst kaum, welch historischer Schatz sich hinter den Klostermauern verbirgt. Das Kloster Himmelspforten (lateinisch Coeli Porta) ist ein faszinierender Rückzugsort, der heute gleich zwei Funktionen erfüllt: Es beherbergt das moderne Exerzitien- und Bildungshaus der Diözese Würzburg und ist gleichzeitig die Heimat eines Konvents Unbeschuhter Karmelitinnen. Als einziges mittelalterliches Frauenkloster Würzburgs, das sich in seiner Grundstruktur bis heute erhalten hat, zieht es Kulturbegeisterte und Ruhesuchende gleichermaßen an.

Die bewegte Geschichte von der Zisterze zum Karmel

Die Wurzeln des Klosters reichen zurück in das Jahr 1231, als der Würzburger Bischof Hermann I. von Lobdeburg die Anlage ursprünglich im flussabwärts gelegenen Himmelstadt gründete. Nach Unruhen und Plünderungen flüchteten die Zisterzienserinnen jedoch und siedelten sich schließlich zwischen 1252 und 1253 vor den Toren Würzburgs in der Schottenau an.

Im Laufe der Jahrhunderte erlebte Himmelspforten ein ständiges Auf und Ab:

  • 1354: Zerstörung und Brandschatzung während der Aufstände der Würzburger Bürger gegen den Bischof.
  • Um 1600: Eine neue Blütezeit unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn, der die Anlage im Stil der Renaissance umbauen ließ.
  • 1804: Die Säkularisation zwingt die letzten 35 Nonnen zum Verlassen des Klosters. Die Gebäude werden vorübergehend als Militärlazarett sowie als Tabak- und Farbenfabrik genutzt.
  • 1844: Mutige Ordensschwestern erwerben das Areal zurück und gründen den bis heute bestehenden Karmel.
  • 1925/26: Übergabe eines Teils der alten Abtei als Exerzitienheim der Diözese.
  • 1945: Schwere Zerstörungen beim Bombenangriff auf Würzburg, gefolgt von einem jahrzehntelangen Wiederaufbau.
Infoschild Kloster Himmelspforten

Architektur und Highlights: Was gibt es im Kloster zu sehen?

Das Herzstück der Anlage ist die Klosterkirche „Mariä Aufnahme in den Himmel“. Sie wurde bereits 1276 erstmals geweiht und gilt als eine der ältesten erhaltenen Zisterzienserkirchen auf deutschem Boden. Trotz barocker und moderner Einflüsse atmet der einschiffige Raum noch immer die schlichte, gotische Eleganz des Mittelalters.

Ein weiteres kunsthistorisches Juwel ist der gotische Kreuzgang im Bereich des Exerzitienhauses. Obwohl im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, birgt er kunstvoll gearbeitete Grabmäler aus der Zeit um 1400, die wichtige Zeugnisse der Würzburger Bildhauerei sind. Der liebevoll gepflegte Innenhof strahlt eine tiefe, klösterliche Ruhe aus.

Kloster Himmelspforten Eingang

Kann man das Kloster Himmelspforten besichtigen?

Die barocke Klosterkirche ist für die Öffentlichkeit zugänglich und lädt zu stillem Gebet oder zur Besichtigung ein. Die Konventsgebäude der Karmelitinnen selbst sind aufgrund der strengen Klausur (Zurückgezogenheit) des Ordens nicht öffentlich begehbar. Die Räume des Exerzitienhauses und der Kreuzgang stehen Gästen von Kursen und Tagungen offen.

Was verkaufen die Nonnen im Klosterladen?

Die Unbeschuhten Karmelitinnen leben nach einem radikalen Armuts- und Schweigeideal und finanzieren ihren Lebensunterhalt durch Handarbeit. Im kleinen Klosterladen werden von den Schwestern liebevoll handgefertigte Produkte wie Kerzen (z. B. Tauf- und Hochzeitskerzen), Ikonen, Rosenkränze und Paramente (gottesdienstliche Textilien) zum Verkauf angeboten.

Welche Veranstaltungen finden in Himmelspforten statt?

Das Exerzitienhaus Himmelspforten ist ein überregional bekanntes Bildungszentrum der Diözese Würzburg. Hier finden das ganze Jahr über spirituelle Kurse, „Tage der Stille“, theologische Fachtagungen sowie Klausuren statt. Sogar der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz tagt regelmäßig in den modernen, im Jahr 2005 umfassend renovierten Tagungsräumen.

Anlage Kloster Himmelspforten

Praktische Informationen für deinen Besuch

  • Anfahrt mit dem ÖPNV: Ab dem Hauptbahnhof Würzburg mit der Straßenbahnlinie 2 oder 4 bis zur Haltestelle „Mainaustraße“ oder „Kloster Himmelspforten“.
  • Parken: Auf dem Gelände des Exerzitienhauses stehen für Tagungsgäste Parkplätze zur Verfügung. Für Kurzbesucher der Kirche gibt es begrenzte Parkmöglichkeiten im öffentlichen Straßenraum der Mainaustraße.
  • Tipp in der Umgebung: Das Kloster liegt nur wenige Schritte vom Mainufer entfernt. Ein Besuch lässt sich wunderbar mit einem Spaziergang entlang des Flusses mit Blick auf die Festung Marienberg verbinden.